Alexander Hering

Burnout Prävention - Hypnose - Psychologische Beratung

Burnout - wenn nichts mehr geht 

Was Burnout nicht ist...

Über Burnout kursieren viele Annahmen, weshalb ich zunächst mit einigen brechen möchte:

Annahme Nr. 1 „Burnout trifft nur Top-Manager”

Der Burnout kann jeden treffen: Angestellte, Arbeiter, Studenten, Hausmänner und -frauen, Selbstständige, Freiberufler etc. 

Ausschlaggebend sind die subjektiv empfundene Belastung und die individuellen Möglichkeiten diese zu bewältigen. Man spricht hierbei auch von der mentalen, physischen und emotionalen Widerstandskraft (Resilienz). 

Annahme Nr. 2 „Burnout betrifft nur diejenigen, die keine Disziplin haben”

Eher das Gegenteil ist der Fall. Gerade diejenigen unter uns, die hohe Anforderungen an sich und ihre Leistung stellen, ihre Aufgaben gerne zuverlässig und „perfekt“ erledigen wollen und mit großer Disziplin die Warnsignale ihres Körpers ignorieren, werden häufiger von einem Burnout „aus dem Verkehr gezogen“ als diejenigen, die ihre eigenen Grenzen akzeptieren und auch mal alle „Fünfe gerade sein lassen“.

Annahme Nr. 3 „ICH bekomme keinen Burnout – ich habe keine Zeit dafür”

Wir sind nicht Superman oder Superwoman und können biochemische und hormonelle Prozesse in unserem Körper nicht verleugnen. Je mehr wir die mit dem Dauerstress einhergehenden Beschwerden herunterspielen und die physischen und psychischen Warnhinweise ignorieren, desto höher steigt das Risiko an einem Burnout zu erkranken. 

Wenn Körper und Geist die „Reisleine ziehen“, spielen die Wünsche und (Termin-)Pläne des Verstandes keine Rolle mehr. 

Annahme Nr. 4 „Burnout? Ach was! Ich brauche nur Urlaub”

Erholung ist wichtig, keine Frage. Richtige Erholung ist Voraussetzung für den Abbau von Stresshormonen und Regeneration von Körper und Geist. Urlaub lädt die Batterien zwar zumindest teilweise auf, kann aber nicht verhindern, dass man im Anschluss wieder in die gleiche „Stressfalle“ tappt. Er ändert nichts an der eigentlichen Problematik und häufig führt er lediglich dazu, dass man sich im Anschluss nur noch mehr „auflädt“. Und Hand aufs Herz: wie oft haben Sie in Ihrem letzten Urlaub an ihre privaten oder beruflichen Verpflichtungen gedacht? Wie erfolgreich konnten Sie „abschalten“? Wie erholt waren sie wirklich? 

Annahme Nr. 5 „Diagnose Burnout: Eine kurze Auszeit, ein Yoga Kurs und ein paar gute Sachbücher und ich bin wieder auf dem Damm.“

Jemand mit dem Verdacht oder eine Diagnose auf Burnout gehört in die Hände eines Arztes oder Therapeuten mit Heilerlaubnis. Auch wenn Entspannungskurse oder spezifische Fachliteratur grundsätzlich nicht schlecht sind, benötigen Betroffene eine Therapie bzw. ein Konzept, dass individuell auf ihre Situation und Möglichkeiten eingeht. Ein Coach oder Berater kann eine wertvolle Ergänzung und Begleitung sein z.B. über die Entwicklung von Strategien und Techniken für den Umgang und die Bewältigung von Belastungen im beruflichen und privaten Umfeld, sofern der behandelnde Therapeut dies befürwortet. 

Denn eines ist sicher: wenn sich Nichts ändert, ist der nächste Burnout nur eine Frage der Zeit. 

Annahme Nr. 6 „Burnout kommt aus dem Nichts- ganz plötzlich“

Wir sind Meister des Verdrängens und des Selbstbetrugs. Ein Burnout kommt nie aus dem Nichts – es gibt immer Anzeichen und Warnsignale, die der Körper aussendet, aber wir wollen sie nicht sehen. Die Magenprobleme kommen vom Essen, die Rückenschmerzen vom Stuhl, die Konzentrationsschwierigkeiten vom Wetter, die Schlaflosigkeit von der Matratze, die Gereiztheit von den Hormonen etc., aber insgeheim kennen wir die Ursache. 

Was Burnout ist

Der Burnout, das „Ausgebrannt Sein“ ist keine eigenständige Krankheit, die sich durch ganz spezifische Symptome äußert. Das Burnout steht für eine Vielzahl an Symptomen, die bei den Betroffenen in ganz unterschiedlichen Ausprägungen und Kombinationen auftreten können, weshalb man allgemein vom Burnout Syndrom spricht.

Dennoch gibt es große Gemeinsamkeiten in den Schilderungen von Betroffenen wie z.B.

  • Mentale, physische und emotionale Erschöpfung, so dass mitunter selbst leichte Aufgaben, wie die Auswahl der Garderobe oder der Einkauf nicht mehr bewältigt werden können
  • Zynismus, Gleichgültigkeit und Distanziertheit
  • Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit und Hoffnungslosigkeit bis hin zur Depression
  • Unruhe, Schlaflosigkeit, Gedankenkarussell
  • Geringes Selbstwertgefühl, Selbstzweifel, Gefühl der Wert- und Machtlosigkeit
  • Körperliche Beschwerden 

… um nur einige zu nennen (Siehe auch Kapitel „Körper und Geist im Ausnahmezustand“ unter der Rubrik „Stress“).

Burnout lässt sich nicht durch ein paar Tage Bettruhe „kurieren“. Burnout ist eine ernste Alarmreaktion von Körper und Geist – ähnlich einem „Not-Aus-Schalter“, der verhindern soll, dass ein System irreparablen Schaden nimmt. 

Der Weg „zurück“ – Burnout als Chance

Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Rückkehr zur gleichen Situation und den gleichen Umständen, mit der gleichen Einstellung nichts ändern wird. Das Risiko ein paar Monate später erneut mit der gleichen Diagnose im Wartezimmer eines Therapeuten zu sitzen ist hoch.

Ein Burnout ist auch immer eine Chance, sich auszurichten: seine Prioritäten, Ziele und Werte zu überprüfen und neu zu definieren, seine inneren und äußeren „Antreiber“ besser kennenzulernen und sich-selbst-bewusst zu werden.

Der Burnout hält einem den Spiegel vor und nur die Betroffenen selbst entscheiden, ob sie hineinsehen oder nicht. Sie werden vielleicht Dinge sehen, die verwundern, berühren oder schmerzen – sie können dort aber auch den Menschen finden, der sie wirklich sind und lernen ihn zu schätzen, zu beschützen und zu lieben.

Damit aus der Rückkehr in das alte Leben – der Start in ein neues Leben wird!

"Nichts ändert sich, bis Du Dich änderst und dann ändert sich alles"